Kultur-Projekt-Stadt-Insel Havelberg

   Besucher bisher:  05401   (seit dem 01.12.2012)
 

Ausstellungen / Galerien

Hajo Heussen Klaus Schröter Marie Dix Ulrich Diezmann Meyer & Müller
 
Miriam Freudig Henning Korn Karoline Koeppel  Matthias Schilling Uta Gerlach
 
Rolf Steinhausen Ingolf Seidel Anna Koszinowski Die 5 Weißen Hans Gert Winter
 
Suheyla Asci Michaela Herbst      


Michaela Herbst
Michaela Herbst, 1970 in Osterburg geboren, wuchs in der Altmark auf.
Sie beschäftigt sich seit 1994 intensiv mit der Malerei und Farben. Ihre Arbeiten wurden in Ausstellungen in Osterburg, Gardelegen, Magdeburg und zuletzt im Oktober 2014 in Stendal gezeigt.
Seit 1997 gibt sie Malkurse (seit 2009 in der KVHS Stendal).
In „Nun friss mich schon“ und „ Zwischen dem Leben“ von der Autorin Danuta Ahrends fanden sich ihre Bilder in der Umschlaggestaltung wieder.
2013 erschien „Ey, Mann, du Arsch, pass doch auf!“, Kolumnen der Autorin Nora Knappe mit Illustrationen von Michaela Herbst.
Inspirationen holt sie sich bei dem amerikanischen Maler Jackson Pollock und dem Engländer David Hockney. Die Techniken beider Künstler haben sie in ihrer Arbeit beeinflusst.
Heute lebt sie mit ihrer Familie in Goldbeck /Altmark.
www.michaelaherbst.de

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SUHEYLA ASCI
Die Künstlerin beschreibt selber ihre Kunst in ein paar Sätzen folgendermaßen: "...für mich sind die wesentlichsten Elemente meiner Kunst die Farbe, die Spontaneität, das ungezielte Loslegen, ohne ein bestimmtes Endziel geplant zu haben. Ich habe in meiner Kunst keine Themen. Die Themenkategorien sind nicht mein Ding. Obwohl ich Überlegungen darüber hatte, distanzierte ich mich von diesen Gedanken wieder. Die Augenblicke sind wichtig. So zum Beispiel eine Blitzidee, die während des Arbeitsprozesses funkt, schnell beziehungsweise rasch auf die Leinwand zu retten, sind die Momente, die mich bewegen. Ich liebe die Suche während der Arbeitsprozesse...ich weiß es nicht wie ich noch beschreiben soll. Wie man im türkischen halt so sagt "Dogaclama". Das ist für mich wichtig. Ich mag es und lege viel Wert darauf ..."

Die hauptsächlich in der Dichtung, Rhetorik und Musik verwendeten türkischen Begriffe "bilbedahe, saniha, irticalen", im Volksmund "dogaclama" bedeutet auf deutsch "aus dem Stegreif, improvisiert, Extempore, künstlerische Inspiration, Einfall, ungefiltert aus dem Gedächtnis". Diese sowohl im höfischen als auch in der Volkskunst seit dem Mittelalter sehr geschätzte künstlerische Ausdrucksform lebt in der heutigen Türkei besonders im Bereich der Volksmusik noch nach. Da auf der mündlichen Überlieferung eine große Wertschätzung liegt und die bildliche Darstellung im Sinne westlicher Tafelbilder in der islamischen Tradition unterdrückt wurde, äußerten sich Künstler in bilderreichen Fantasien, Wünschen, Klagen, über den Tod und die Liebe u.s.w. mit Vorliebe in Form mündlicher Ausdruckweise und nicht in darstellenden gemalten Bildern.
Bei Suheyla erfährt diese Tradition eine Metamorphose. Die Aufgabe der mündlichen Ausdruckform wird durch Farben und Formen auf dem Tafelbild ersetzt. Sie ist spontan und schnell, variiert das im Stegreif entdeckte in verschiedensten Farb- und Formexpressionen. Hierin spielt die hohe Kunst der Kalligraphie auch eine wichtige Rolle: Geistreich - Abstrakt.

Damit man Süheylas Werke der neuesten Schaffensperiode besser versteht, muss man ihre Arbeitsweise, die aus mehreren Arbeitsstufen besteht, kennen. Mit Vorliebe fängt sie ihre Bilder im Miniaturformat an. Dies hat mit ihren kulturellen Wurzeln zu tun und dadurch unterscheidet sich ihre Kunst auch von vielen ihrer Kollegen. Die im Miniaturformat als "dogaclama" Stil angefertigten Bilder finden in der nächsten Arbeitsphase eine Umsetzung in größere Formate, in etwa 25x35 cm. Und zum Schluss wird dieses Format in eine großformatige Leinwandmalerei umgewandelt. In diesen dreistufigen Arbeitsphasen entstehen ganz unterschiedliche künstlerische Erfahrungen. Während sie im Miniaturformat fast zeitgleich ihre Ideen auf der Oberfläche reflektiert, wo die Zeit zwischen künstlerischer Idee und künstlerischer Umsetzung am geringsten bleibt, ist dies bei den Leinwandbildern nicht der Fall. Die ursprüngliche Idee auf Miniaturformat erfährt auf den Leinwandbildern eine Wandlung im Prozess. Die neuen Ideen und die Korrektur der Künstlerin drängen ungezügelt und zusätzlich auf die großformatigen Werke. Je mehr Zeit sie für ein Werk in Anspruch nimmt, desto vielschichtiger und komplexer werden sie.

Während die Miniaturformate zahlreiche Ideenblitze einzeln zeigen, bieten die großformatigen Leinwandbilder ein reichhaltiges Ganzes, ohne die "Spontaneität und die Frische" im Werk, wie sie selber sagt, zu verlieren.
  Cetin Güzelhan
Kunst- und Kulturgeschichte

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Hans Gert Winter
In den Räumen der Galerie Lange Straße 1 eröffnet am 13. Juli 2014 eine Ausstellung mit Arbeiten des Berliner Malers, Zeichners und Aquarellisten Hans Gert Winter.

Nach dem Abitur studierte Hans Gert Winter an der HdK Berlin Grafikdesign und Kunsterziehung bei den Professoren Wolfgang Ludwig und Johannes Geccelli. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer an Gymnasien hatte er 20 Jahre an der HdK einen Lehrauftrag für Semiotik inne.

Stilistische Vorbilder für seine realistische Malerei sieht er in Pop-Art und Fotorealismus und in Arbeiten der amerikanischen Maler Edward Hopper und Andrew Wyeth.

Auf den ersten Blick wirken seine Bilder wie traditionelle Stillleben, beim genaueren Hinsehen wird aber deutlich, dass die Gruppierung der Gegenstände nicht inszeniert ist, sondern aus dem Alltag stammt.

Er selbst findet es spannend, über Gründe und Absichten der Zusammenstellung nachzudenken.
So sprechen die Dinge durch ihre Nachbarschaften und Bezüge miteinander und teilen dem aufmerksamen Betrachter etwas mit über die Menschen, die diese Dinge zusammengestellt haben.

"Schärfer hinschauen und länger nachdenken" setzt Hans Gert Winter als Motto auch über die hier ausgestellten "Sehstücke".
Biografie/ Ausstellungen
Hans Gert Winter 1945 in Lüdenscheid geboren.
Studium des Grafik Designs, der Kunstpädagogik und der Politologie in Berlin.
Meisterschüler bei Prof. Geccelli an der HdK - Berlin.
1971 - 1991 Lehrauftrag für Semiotik an der HdK - Berlin.
Bis 2008 Kunstpädagoge am Georg Büchner - Gymnasium in Berlin.
Auswahl an Einzelausstellungen:
1991 Verlag Clausen & Bosse, Leck
1993 Galerie Tafelski, Berlin
1997 Petruskirche Lichterfelde, Berlin
Teilnahme an der Ausstellung: „wort bild buch objekt" Petrus Kirche Lichterfelde,
Zentral- und Landesbibliothek Berlin Mitte, Schwartzsche Villa Kulturamt Steglitz.
2000 Kunstverein Hof
2001 DaimlerChrysler Sen/ices AG, Berlin Potsdamer Platz
2003 Buchhandlung und Galerie Schwericke, Berlin
2005 Galerie und Museum Falkensee
2008 Petruskirche Lichterfelde, Berlin
2009 Rathaus Schönwald
2011 Kunstverein Hof (mit R. Bitter, H. Heberle, K. D. Wohlmann)
2013 Bruno Taut Galerie, Berlin (mit M. Boje und G. Wilms)
Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen
H. G. Winter arbeitet als Grafiker und Maler in Berlin.
Kontakt: E - Mail: winterart@arcor.de
www: www:worksonpaper.de

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Die 5 Weißen
Unter dem Motto "Schau ins Land" trifft sich die Künstlergruppe "die 5 Weißen" zu ihrer nunmehr sechsten gemeinsamen Ausstellung, dieses Mal in den Galerien Lange Straße 1+36 in Havelberg, einem Ort in Sachsen Anhalt, der geprägt ist vom Zusammenfluss von Havel und Elbe.

So lassen sich bei Beate Hoffmeister, deren Arbeiten vorwiegend aus Verzeichnismedienpapier bestehen, bildhafte Strukturen entdecken mit Assoziationsfeldern zur Thematik Wasser, Felder, Gräser, Nebel, Straßen und Vernetzungen. In abstrahierender Form finden sie ihren Ausdruck in netzwerkartigen Materialcollagen, Assemblagen und Collagen.

Ganz anders präsentiert Henning Korn seine "Kopfbilder". Der Kopf ist das Zentrum aller Sinnesorgane. Mit der Darstellung vom Kopf löst sich das Kind aus dem Nebel der Kritzelstufe. So entsteht der erste Kopf-Füßler. Seine Grafiken sieht Henning Korn "als Lockerungsübung, als eine Spielwiese für vegetative Phantasmen".
In der Nachfolge von Duchamps, Schwitters und den Dadaisten arbeitet Karl Lecs mit Readymades und Halbfabrikaten. Die Aufladung der Teilelemente durch ihre frühere Funktion bringt neben den formalen auch inhaltliche Belange zur Geltung.
In der Ausstellung zeigt Lecs Objekte, die inspiriert wurden von Architekturmodellen: z.B. Stelen, die an futuristische Turmbauten erinnern, oder Assemblagen und Prägedrucke, die Bezug nehmen auf Stadt- und Landschaftsplanungen.

Für Uta Schwarz-Korth ist die Verbindung von Berlin und Havelberg prägend. Zwischen beiden Städten bewegen sich die Farben hellstes Zinnobergrün, Permanentgrün, Englischrot, Kadmiumgelb, Vandyckbraun, Elfenbeinschwarz und Titanweiß. Sie erscheinen in der Flusslandschaft mit Segelbooten, in den von Bäumen bestandenen Alleen, den leuchtenden Rapsfeldern, sowie auf den verschachtelten Satteldächern der Stadt. "Meine Bilder nehmen die Motive wie Schnappschüsse auf, willkürlich, festhaltend, motivnah."

Bei Rolf Steinhausen, der sich selbst als realistischen Maler sieht, geht es nicht um die naturalistische Abbildung der Wirklichkeit.
Er übt Kritik an sozialen, religiösen oder politischen Missständen und macht sie fest an den daran beteiligten fragwürdigen Personen. Für diese Ausstellung hat Steinhausen z.B. Bilder ausgewählt, in denen das Personal ganz konkret mit Accessoires zum Ausspähen ausgestattet ist: Sehhilfen, optische Apparaturen, Schießbrillen, Nachtsichtgeräten, Ferngläsern usw.
Die NSA lässt grüßen!

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Anna Koszinowski

Konzentration auf die Arbeit

Anna Koszinowski hat die Hansestadt zunächst für ein Jahr als ihre neue Heimatstadt gewählt. Seit November vergangenen Jahres arbeitet sie auf dem Künstlerhof des Kulturprojektes in der Langen Straße 10 und hat auch eine Wohnung auf der Stadtinsel. Nach ihrem Studium in Berlin und der Zeit als Meisterschülerin von Pia Fries wollte die gebürtige Thüringerin eine Auszeit von der Großstadt. Mit dem Angebot für junge Künstler, in Havelberg zu leben und zu arbeiten, fand sie genau das Richtige.
"Ich erlebe hier eine andere Art von Freiheit, ich kann mich ausprobieren und vielleicht auch wichtige Entscheidungen dazu treffen, wohin die Entwicklung gehen soll", sagt die 31-Jährige. Für die ersten Bilder, die sie hier im Atelier anfertigt, entschied sie sich für Tiermotive. Eulen, Fuchs, Hirsch und Wolf hat sie auf Leinwand gebannt. "Durch die Entscheidung für ein Motiv fiel es mir einfacher, mich wieder der Malerei anzunähern. Das Motiv begreife ich als Mittel zum Zweck, ein tiefer greifendes Interesse steckt nicht hinter der Wahl des Motivs. Mittlerweile arbeite ich wieder freier, hier liegt auch mein malerisches Interesse", erklärt sie. "Ich kann mich hier im Atelier voll auf meine Arbeit konzentrieren, das ist das, was ich wollte. Ich habe keine Ablenkung. Und wenn ich wieder draußen bin, genieße ich die herrliche Natur. Havelberg ist eine wunderschöne Stadt. Ich kenne die Gegend schon seit meiner Kindheit, mein Opa ist in Wulkau zu Hause", berichtet Anna Koszinowski.

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Ingolf Seidel
Ingolf Seidel ist erwachsen, wie ein Kind sich vorstellt, erwachsen zu sein.

Seine Kunst möchte irritieren, dem Gegenüber andere Wege zeigen.

Erlebtes in seinen Bildern zu illustrieren, wäre für ihn Kitsch. Er hat Angst vor Kitsch, vor eigenem Kitsch. Stattdessen gießt er Empfundenes in Farben und Licht auf Diaebenen und komponiert mit ästhetischer Genauigkeit fein nuanciert. Ingolf Seidel knüpft Bildteppiche mit Mustern, die auf den ersten Blick keiner Realität zu entsprechen scheinen. Es sind orientalische Teppiche mitten in Europa, geknüpft aus einer Unmenge von Knoten in Farben des untergegangenen Heimatlandes seiner Kindheit und Jugend. Die Anzahl der Knoten garantiert die Qualität. Der Klang erinnert an Leonard Cohens Feenlied.

"Sisters Of Mercy".

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Rolf Steinhausen
Bei den Bildern von Rolf Steinhausen wird eine gewisse Selbstbeschränkung spürbar. Jedoch hier ist das nicht eine Frage der Spezialisierung auf ein Sujet, auf einen Bildtypus, sondern die Forderung einer Grundhaltung, die im Gesamtentwurf der Bilder deutlich wird: Meist ernst in der Stimmung reflektieren sie über Alltägliches.
Allerdings sucht man vergebens nach Bildern, die sich direkt auf seine eigene Person oder seine Familie beziehen. Weiter lässt sich an allen Bildern ablesen, dass keine oder nur wenig inhaltliche "action" dargestellt wird. Gründe für die Beschränkung auf statische Motive und "unpersönliches" Geschehen liegen darin, dass ihn - wie Steinhausen sagt - nicht die zufällige Besonderheit einer bestimmten äußeren Situation interessiert, sondern die Dinge selbst mit dem in ihnen ruhenden Kraftpotential.

Über die Ebene naturalistischer Gegenstandsdarstellung schiebt sich bei Steinhausens Bildern häufig eine zweite Ebene, durch die die Gegenstandsillusion relativiert wird. Hauptsächlich fungieren hier Störelemente wie Einschübe, Verwerfungen, verschiedene Perspektivarten im gleichen Bild und anderes als Verfremdungen.

Der heute vielfach bemühte Begriff des Realismus wäre nicht so missverständlich, wenn man die deutsche Übersetzung dafür - nämlich "Sachlichkeit" - immer mit heranzöge. Realismus in der Kunst - wie auch sein Gegensatz Idealismus - bezeichnet an sich eine geistige Haltung, aus der heraus der Antrieb zur künstlerischen Arbeit erwächst, und die die Art der geistigen Durchdringung von Wirklichkeit bestimmt. Während der Idealismus einhergeht mit Erhöhung und Verklärung der Wirklichkeit, ist für den Realismus gerade die nüchterne unverstellte Sicht auf die Wirklichkeit bestimmend - und das Bemühen, die Wahrheit in und hinter den Dingen offenzulegen. In diesem Sinne ist Steinhausen ein realistischer Maler.

Carl Lecs

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Uta Gerlach

"Panoramafragmente"

Jeder lebt in einer Landschaft, und sei sie geprägt durch die Stadt. Uta Gerlach wechselt zwischen der Stadtlandschaft und dem durch die Natur geprägten Raum vielfach hin und her. Sie kaufte sich ein Haus auf dem Land und verbringt dort die Wochenenden, ganze Wochen, Monate. Der zunächst fremde Landstrich ist ihr heute vertraut wie die Großstadt. Was aber tut die Künstlerin in der Landschaft des Fläming?
Sie pflanzt, erntet, streift umher, erkundet die Gegend mit dem Blick. Vor kurzem erst begann Uta Gerlach, hier auch zu zeichnen. Es entstanden Blätter im kleinen Format, kaum größer als ein halber Bogen Schreibpapier. Die Zeichnungen zeigen Wiesen und Büsche, Bäume und Zäune, Strohballen und Wege. Je nachdem, wohin sich die Künstlerin von ihrem Platz aus wandte, entstehen neue Konstellationen. Drei Büsche rechts, gegenüber eine Fichte. Oder: vier Kiefern links, davor Buschwerk. Oder: eine Baumreihe am Horizont, links ein Waldstück. "Das ist, was ich in ein, zwei Stunden schaffen kann", sagt die Künstlerin lapidar.

Die Architektur der landschaftlichen Szenen ist bestimmt durch die Vegetation. Büsche und Bäume drängen sich, von einem tiefliegenden Standpunkt aus betrachtet, zum schmalen Streifen zusammen. Nuanciert sind sie ins kleine Format geholt, doch bleibt die Faktur der Zeichnung weitgehend verborgen. Die Striche verbinden sich zu Tonwerten des Graphits. Eine weitere Gruppe von Bildern dieser Ausstellung sind die in Tempera auf Karton gemalte Grisaillen; ihre Farbigkeit entsteht aus Abstufungen des Grau. Der Horizontlinie folgend, hat die Künstlerin darin die Bildräume der Zeichnungen zu größeren Landschaftsausschnitten zusammengefügt. Die Bilder nähern sich Panoramen an - Landschaftsausschnitten, deren Breite die Höhe um ein Vielfaches übertrifft.
Wovon aber handelt diese Bildwelt? Von der Beschaffenheit einer Landschaft - ja, aber wozu sollten wir sie kennen? Ist sie überhaupt besiedelt? Und: welches Jahr schreiben wir eigentlich? Die Bilder sind menschenleer.
Uta Gerlach, die Schülerin von Wolfgang Ludwig und von Johannes Geccelli, setzte sich über einen langen Zeitraum intensiv mit der menschlichen Figur auseinander: zunächst in Bildern von Menschen in ihrer sozialräumlichen Geprägtheit, später in Bildern von Figuren in freier, kreatürlicher Bewegung.
Die neuen Blätter jedoch sparen den Menschen aus, so scheint es; sie sind der Topografie eines landschaftlichen Raums gewidmet. Überdies, sie legen den Gedanken nahe, wie es wäre, wenn es an einem Ort niemand gäbe. Reguliert sich eine Landschaft, ein Raum nicht auch von selbst? Oder ist doch der Mensch, auch wenn nicht unmittelbar sichtbar, doch stets durch seine Handlungen präsent?

Die Bilder berühren die Frage nach der Beziehung zwischen Gegenwärtigem und Vergangenem. Haben Landschaften oder Räume ein Gedächtnis? Wie teilt es sich mit? Wie können wir sehen, ob vor uns ein Ort vergangener Tragödien liegt oder ein Ort großen Glücks? Die Räume, die sich in den Blättern von Uta Gerlach auftun, sind stumm. Ihre Poesie liegt im feinen, nüchternen Notat. Ihr Handlungspotential bleibt indifferent, doch voller Spannung. Wir spüren die flirrende Sekunde zwischen dem, was war, und dem, was geschehen könnte, und verstehen: das ist der Spielraum der Freiheit.

Sigrid Schulze
Kunsthistorikerin, Berlin

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Matthias Schilling
1960 in Berlin geboren
1980 - 1986 Studium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee u.a. Grafik, Malerei, Plastik als Grundlagenstudium bei Prof. E. Bachmann und S. Schütze
Diplom als Architekt
1986 - 1988 Architekt und Projektant im Ingenieurhochbau Berlin (IHB)
seit 1987 Dozent an verschiedenen Schulen und Einrichtungen in Berlin und Templin für Malen, Zeichnen und Ökologie
seit 1988 freischaffend als Maler, Grafiker und Dozent
1996 - 2006 Vorsitzender des Kunstvereins Templin e.V.
seit 2011 Mitglied des Künstlersonderbundes Deutschland
seit 1995 Pleinairs und Studienreisen in Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal und Deutschland
Wandbilder Schule in Roncegno und Ratssaal in Villa Agnedo / Trentino
  Matthias Schilling lebt und arbeitet in Klosterwalde bei Templin

Paulinenhof 4 OT Klosterwalde
17268 Templin
Tel. 039885 23510
Mobil 0162 2357745
matthias.heike@freenet.de

Mattias Schilling stellt auf Einladung des Kulturprojekts Stadtinsel Havelberg in der Galerie Lange Straße 1 aus

In dem Bewusstsein der Subjektivität meiner Wahrnehmungen, füge ich Erlebtes zu Bildern, mit dem Wunsch sie, die Natur, zu preisen.
Meine Bilder berichten von Erlebnissen, da in Augenblicken traumgleich Denken, Fühlen und Sein in eins fallen, ich in der Natur aufgehe.


                                                                                                                                                                                          Matthias Schilling

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Berliner Künstlerin zeigte vom 28.07. - 01.09.2013 einige ihrer Werke in der Galerie Lange Straße 1 des Kulturprojektes Stadtinsel Havelberg

"Meine Bilder sollen für sich selbst sprechen"


Karoline Koeppel (rechts) im Gespräch mit einer kunstinteressierten Besucherin.
Zwischen den beiden Frauen ist das Ausstellungsankündigungsbild "Regionale Identität" zu sehen.
Foto: Bernhard Maslow
Havelberg l In der Galerie Lange Straße 1 in Havelberg ist seit Sonntag eine neue Ausstellung zu sehen. Das Kulturprojekt Stadtinsel zeigt Arbeiten der Berliner Künstlerin Karoline Koeppel. Zur Vernissage konnte Galerist Klaus Schröter die Künstlerin sowie Besucher, die trotz der hochsommerlichen Temperaturen den Weg nicht scheuten, herzlich begrüßen. Er wolle die Eröffnung kurz halten und lieber der Künstlerin das Wort geben, so Schröter. Ihr liege es ganz und gar nicht, Reden und Vorträge zu halten, entgegnete Karoline Koeppel. "Meine Bilder sollen für sich selbst sprechen, deshalb bedürfen sie keiner Erklärungen." Welches Werk könnte dies besser als das Ausstellungsankündigungsbild "Regionale Identität" (2006), auf dem ein Mann zu sehen ist, der Klopse verspeist. Es ziert auch das Klopslied nach Kurt Weills Vertonung (1928): "Ick sitze da und esse Klops, uff eemal klopp's...". Wie Koeppel selbst sagt, will und muss sie ein fertig gestelltes Bild auch loslassen können. Sie wünscht sich, dass der Betrachter bereit ist, sich auf das Abgebildete einzulassen.

Pinsel, Ölfarben und Leinwand sind ihre klassischen Werkzeuge

Die Berliner Künstlerin hat von 1981 bis 1988 an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Fußmann ein Studium der Freien Malerei absolviert. 2006 erhielt sie den Benninghauspreis - Künstlerpreis für Malerei des Vereins Berliner Künstler. Seit 1984 wurden Bilder von ihr in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Von 1990 bis 1992 absolvierte Karoline Koeppel einen zweijährigen Studienaufenthalt in den USA. Pinsel, Ölfarben und Leinwand sind für sie klassische Werkzeuge der Malerei, ihre Motive wählt sie aus der heutigen Realität aus.

Wie die Malerin in ihrer kurzen Begrüßungsrede sagte, ist die Wirklichkeit unbegrenzt und eine große Herausforderung an sie, sich damit auseinanderzusetzen.

Die neue Ausstellung zeigt neben Ölbildern auch vorbereitete Skizzen, die einen Einblick in den Entstehungsprozess eines Bildes vermitteln sollen. Das erste Werk hat am Sonntag bereits den Besitzer gewechselt. Winfried Brembach, der mit seiner Frau den Weg von Berlin nach Havelberg auf sich nahm, ließ bei Galerist Schröter "Luftgekleidete mit Hund", eine Blei- und Buntstiftzeichnung aus dem Jahre 2010, reservieren.

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Der Berliner Künstler Henning Korn zeigte bis zum 16. Juni 2013 einige seiner Werke in Havelberg

"Stadt, Land, Fluss" ziehen in die Galerie

Galerist Klaus Schröter konnte wiederum zahlreiche Kulturinteressierte zur Eröffnung einer neuen Ausstellung am Sonntag, 12. Mai, in der Galerie Lange Straße 1 begrüßen. Unter dem Thema "Stadt, Land, Fluss" zeigt der Berliner Künstler Henning Korn hier Malereien in Öl.
Er freue sich, in der "Kleinsten Kulturhauptstadt Europas" seine Bilder vorstellen zu können, begann Henning Korn seine Einführung in die neue Ausstellung. Er bedankte sich zugleich bei allen, die ihm hilfreich zur Seite standen. Ganz besonders bei Klaus Schröter, mit dem er auf weite Sicht diese Ausstellung geplant hatte. Es war auch die Idee des Galeristen, die drei Schwerpunkte - Stadt, Land, Fluss - in den drei Ausstellungsräumen der Galerie thematisch vorzustellen. Nicht einfach fiel es Henning Korn, aus insgesamt 200 Bildern die entsprechende Auswahl für seine Ausstellung zusammenzustellen, denn der Künstler hat sich seit drei Jahren dem Thema "Porträt" verschrieben und so erforderte es doch eines größeren Aufwandes, dem "Schröter-Plan", wie er scherzhaft meinte, zu folgen.
Nach der kurzen Einleitung lud der Berliner Künstler die Gäste der Vernissage zu einem kleinen Rundgang durch die Ausstellung ein. Hierbei begann er mit dem Raum, der dem Thema "Stadt" folgt. Er machte dieses zum Beispiel an dem Bild-Triptychon Stadt deutlich, welches die Baustelle am Potsdamer Platz und den Reichstag in Berlin zeigt. "Rhythmus und Geräusche sollen durch Form- und Farbeffekte simultan vermittelt werden, ebenso Harmonie und die Brücke - Hölle links und Paradies rechts - eine Art Großstadtsinfonie", vermittelte Henning Korn seine Eindrücke, die zum Entstehen des Werkes beigetragen haben. Im Raum 2 werden Arbeiten zum Schwerpunkt Land gezeigt. Ein Triptychon mit dem Thema "Arab, Stilleben" zieht hier die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Wie Horn sagte, gab ihm der Besuch einer marokkanischen Medina mit den in barocker Fülle ausgestatteten Gewürzständen Anlass, dieses dreiteilige Bild entstehen zu lassen. Die leuchtenden Farben lassen erkennen, wie kleine Pyramiden mit Curry, Paprika, Safran und andere exotische Gewürze mit verwirrenden Gerüchen die Käufer anlocken. "Diese gewürzduftenden, erdverbundenen Objekte wollte ich in einem organisch fließenden Zusammenhang als Geruchs- und Schauerlebnis vermitteln."
Der kleine Rundgang endete im Raum 3, wo das Thema "Fluss" dargestellt wird. Hafen und Meer sind in diesem Raum präsent. "Bei den Booten ging es mir um eine überraschende Perspektive von im Wasser sich spiegelnden Bootsrümpfen als ein ungewohntes Form- und Farberlebnis, eine zufällig gefundene neue Seherfahrung - fern einer Postkartenansicht." Bei den Bildern Hydra I und Hydra II ist der Künstler von Fotografien ausgegangen, die er in einem kleinen Bootshafen auf der griechischen Insel Hydra gemacht hat.
Stadt - Land - Fluss, auch als Wissens- und Quizspiel im Familienkreis bekannt, ist nun ein Ausstellungsmotto, von dem Henning Korn bei den Besuchern seiner Ausstellung tüchtig zu "punkten" hofft. Nach der offiziellen Eröffnung seiner Ausstellung lud er die Anwesenden zu gemeinsamen Gesprächen ein. Die Ausstellung ist bis zum 16. Juni in der Galerie Lange Straße 1 jeweils am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Andere Termine können unter Telefon 01511-8655079 vereinbart werden.

Künstler: Der Berliner Künstler Henning Korn ließ es sich nicht nehmen, seine Ausstellung in der Galerie Lange Straße 1 in Havelberg selbst zu eröffnen und Erläuterungen zu seinen ausgestellten Werken - hier "Arab, Stilleben" - zu geben.


Berlin: Das Bild-Triptychon zeigt die Baustelle am Potsdamer Platz und den Reichstag in Berlin . Rhythmus und Geräusche sollen durch Form- und Farbeffekte simultan vermittelt werden.

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Galerie des Kulturprojektes zeigt bis zum 19. Juli 2013 Fotoimpressionen von Miriam Freudig
"Dorf macht Oper" auf der Stadtinsel


Ein symbolisches Gastspiel mit Fotomotiven von "Dorf macht Oper" aus dem Prignitzer Ort Klein Leppin findet derzeit in der Galerie Stadtinsel statt. Zu sehen sind Laienschauspieler und Spielszenen, die die Berliner Fotografin und Radiojournalistin Miriam Freudig während der Vorbereitung zu einer Opernaufführung machte. |Die Fotografin und Radiojournalistin Miriam Freudig aus Berlin hat zwei Jahre die Vorbereitungen zu einer nicht alltäglichen Opernaufführung in Klein Leppin begleitet, die Akteure porträtiert und ihre Lebensgeschichten aufgezeichnet.

Eine Auswahl von Fotografien und Tonaufnahmen zeigt der Verein "Kulturprojekt Stadtinsel Havelberg" vom 9. Mai bis 19. Juli in der Galerie Stadtinsel, Lange Straße 36, in Havelberg. Am Donnerstag wurde die Wanderausstellung im Beisein von Miriam Freudig und der Initiatorin von "Dorf macht Oper", Christina Tast, eröffnet. Nach der Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste durch den Galeristen Klaus Schröter ließ die Fotografin noch einmal den Werdegang ihrer Ausstellung Revue passieren. Hierbei erfuhren die Besucher, wie die Berlinerin zum ersten Mal aus der Großstadt in das unscheinbare kleine Dorf in der Nähe von Glöwen reiste, um einen Radiobeitrag über "Dorf macht Oper" zu produzieren. Sie fuhr vom Bahnhof aus mit dem Fahrrad ins Nirgendwo. Auf einem Waldweg sah sie dann ein Schild mit der Aufschrift "Orpheus und Eurydike", das in Richtung eines Dorfes mit einigen Häusern zeigte. Kurz darauf lauschte sie einer wunderbaren Oper in einem ehemaligen Stall.

Mit Begeisterung berichtete sie von den gelben Klappstühlen, die alle belegt waren, von einer Bretterbühne, einem Orchester hinter der Bühne und den Akteuren, die leidenschaftlich das Stück aufführten. "Die Bilder blieben im Kopf. Ich wollte mehr wissen", sagte Miriam Freudig. Neun Monate später stieg sie wieder aus dem Zug in Glöwen, um Klein Leppin zu besuchen. Diesmal waren die Theaterleute bei den Proben für "King Arthur". Miriam Freudig begleitete die Akteure mit Mikrofon und Kamera, um die Geschichten, die hinter den Kulissen stattfanden, festzuhalten. Wie wohl klingen da die Sätze, die sie von älteren Bewohnern des Dorfes einfing, die so stolz von ihrem Opernhaus sprechen, als habe der frühere Schweinestall nie eine andere Bestimmung gehabt. Christina Tast, Initiatorin von "Dorf macht Oper", gab anschließend einen kleinen Rückblick auf die zehnjährige Spielzeit in Klein Leppin und lud alle Anwesenden zur nächsten Aufführung ein, die am 9. und vom 14. bis 16. Juni im Festspielhaus stattfindet. Es wird "Das Kind und die Zauberdinge", eine französische Oper von Maurice Ravel, aufgeführt.

Die Ausstellung in der Galerie kann Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung (Tel. 01511/8655079)besichtigt werden.

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Berliner Künstler zu Gast in Havelberg
Kulturprojekt Stadtinsel präsentiert neue Ausstellung "auf der Insel"
(bma)

Das Kulturprojekt Stadtinsel lud am Freitagabend zu einer Ausstellungseröffnung in die Galerie Lange Straße 1 in Havelberg ein.
Der Galerist Klaus Schröter konnte die Berliner Künstler Christiane Meyer und Matthias Müller begrüßen, die in der aktuellen Ausstellung mit dem Titel "auf der Insel" eine Auswahl neuerer Arbeiten zeigen.
Unter den Gästen der Vernissage war auch Detlef Tusk, Leiter der Havelberger Touristinformation, der in seinen Begrüßungsworten den hohen Stellenwert der Kunst und Kultur nicht nur in den Großstädten, sondern auch auf dem flachen Land in den Vordergrund stellte. Die Kleinstadt Havelberg mit ihren etwas über 5000 Einwohnern sei ein gutes Beispiel, sagte der Tourismuschef. Neben dem Dom als historischem Wahrzeichen, hätten sich in den letzten Jahren zahlreiche kulturelle Aktivitäten in der Stadt und speziell auf der Stadtinsel etabliert. Das Kulturprojekt Stadtinsel sei ein weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekanntes Beispiel.
Seit etwa zwei Jahren werden leer stehende Objekte als Ausstellungsräume genutzt und es zieht in viele Räume wieder Leben ein. So zum Beispiel in der Buchstation und in der Galerie Lange Straße 1, die nun ein begehrter Ort für Ausstellungen geworden ist, freut sich Tusk und wünscht sich, dass auch in Zukunft viele namhafte Künstler diesen kleinen und feinen Ausstellungsort nutzen werden.
Die beiden Künstler aus Berlin sind für ihre interdisziplinären Kunstprojekte, die in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen waren, mit renommierten Kunstpreisen wie zum Beispiel dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet worden. Die Arbeitsbereiche der Künstler umfassen Malerei, Zeichnung, Objektkunst, Fotografie und multimediale künstlerische Animationen. In der Ausstellung sind insgesamt 45 Arbeiten aus den Bereichen Malerei und Zeichnung zu sehen, die auch käuflich erworben werden können.
Ein Ausstellungskatalog mit Abbildungen einiger in Havelberg gezeigter Arbeiten sowie vier Kataloge des Kunstprojektes "Die Nähe. Die Ferne." von Christiane Meyer und Matthias Müller, das auf der Auseinandersetzung mit Leben und Werk Thomas Bernhards basiert und internationale Beachtung fand, liegen in der Galerie aus. Die Ausstellung kann bis zum 4. Mai 2013 jeweils mittwochs, donnerstags, freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung (01511 86 55 079) besichtigt werden.
Zur Ausstellungseröffnung waren auch die beiden Gymnasiastinnen Alexandra Schröder und Caroline Lamprecht anwesend. Sie werden die Ausstellung nicht nur beaufsichtigen, sondern nach Möglichkeit auch Fragen interessierter Besucher beantworten.

Matthias Müller und Christiane Meyer


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Ulrich Diezmann zeigt, "... und was sonst noch so springt" (bma)

Das Kulturprojekt Stadtinsel Havelberg hat am Sonntag, 10. Februar, in der Galerie Lange Straße 1 in Havelberg eine Ausstellung mit Bildern des Berliner Künstlers Ulrich Diezmann eröffnet. Zu sehen sind Arbeiten aus den letzten vier Jahren, die der Künstler unter das Thema "...und was sonst noch so springt" gestellt hat.

Zur Vernissage war Ulrich Diezmann selbst anwesend. Die kleine Galerei im Herzen von Havelberg lernte er zur Ausstellungseröffnung der Malerin Marie Dix Ende 2012 kennen. "Für mich war klar, dass ich hier auch einige meiner Bilder der Öffentlichkeit zeigen möchte", begann er seine kleine Eröffnungsrede, in der er von der Elb-Havel-Landschaft in höchsten Tönen schwärmte. Zur Ausstellungsvorbereitung weilte er einige Tage in Kuhlhausen. Dieser Ort mit seiner landschaftlich schönen Umgebung würde jeden Künstler für Motive inspirieren, sagte er. Und so könnten einige ausgestellte Bilder durchaus hier entstanden sein, meinte er mit einem Blick auf einige seiner Werke. Der Berliner, dessen Arbeiten das Motiv der Landschaft und der Moment der Wiederholung wie ein gemeinsamer roter Faden durchziehen, beschäftigt sich neben der Malerei auch noch mit der Fotografie und der Videoarbeit.

Der Berliner Künstler Ulrich Diezmann

So bringt er seine Landschaftsmotive zum Beispiel nicht vor Ort mit Pinsel und Farbe auf Leinwand. Alle Werke entstehen in seinem Atelier, das er in Berlin-Adlershof hat. Er lässt sich von seinen Gedanken und Inspirationen leiten. Bis ein Bild fertig ist, kann es sehr schnell gehen, aber auch sehr lange dauern.
An Hand einiger Ausstellungsbilder erläuterte Diezmann interessierten Besuchern, wie diese entstanden sind. So brauchte er für den "Blauen Bussard" viel Zeit. Nachdem das Bild mit zwei Farben versehen wurde, stand es zunächst lange unbearbeitet in der Ecke. Dann folgte eine Phase des Schaffens, in der Diezmann einen Adler auf das Bild malte. Für ihn war das Werk zwar noch nicht vollbracht, doch ein Freund fand die Farbkombination mit dem Vogel, der in die Lüfte stieg, hervorragend und so ist es auch ohne weiteren Pinselstrich so geblieben und ziert nun die Wand in der Galerie.
Bevor der Künstler zu einem Rundgang und zum Betrachten seiner Bilder einlud, erklärte er an dem Bild "Kirschen", woher er sich die Motive seiner Werke holt. "Die Kirschen habe ich mir in einem Verbrauchermarkt angesehen und dann sind sie über meine Erinnerungen über den Pinsel auf die Leinwand gekommen." Neben den Landschaftsmotiven kann man auch Bilder mit Tieren sehen. So "Antilope", "Leo", "Frosch" oder "Eule". Ein Motiv mit Pferden zeigen die 27 Ausstellungsbilder nicht, auch wenn Ulrich Diezmann ein Freund dieser Tiere und zudem begeisterter Reiter ist. Hierzu müsste er eine gesonderte Ausstellung machen, sagte er.
Einladung zur Ausstellungseröffnung (bma)

Das Kulturprojekt Stadtinsel Havelberg e.V. zeigt in der Galerie Lange Straße 1 in Havelberg Bilder des Künstlers Ulrich Diezmann.
Eröffnung Sonntag, 10.02.2013 um 11.00 Uhr bis zum 24.03.2013.
Die Ausstellung des Berliner Malers Ulrich Diezmann zeigt Arbeiten aus den letzten vier Jahren der Serie „ …und was sonst noch so springt“.

Zur Eröffnung wird Ulrich Diezmann in der Galerie anwesend sein und selbst zu seinen Bildern einführende Worte sprechen.

Das Motiv der Landschaft und der Moment der Wiederholung sind seit langem ein gemeinsamer roter Faden in der Kunst von Ulrich Diezmann.

Jörg Sperling, Kurator für Bildende Kunst im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, schrieb dazu in dem 2011 erschienenen gleichnamigen Katalog:
„…Insofern erweisen sich Diezmanns Bilder aus der jüngst geschaffenen Serie „...und was sonst noch so springt“ als Hinweisschilder der ironischen Art. Treffen hier doch Landschafts- und Zeichensprache, „Natur“ und Kunst, Abstraktion und Gegenstand, Gemaltes und Gespraytes unverblümt aufeinander. Da bricht sich ein erfrischender Lapidarismus Bahn, der als Lockruf ausgestreut zwischen Zustrich und Zauberstrich wechselt. Frohgemute Landschaftsbeleber geben sich darin gelegentlich ein Stelldichein. Natürlich lauert da Gefahr: Im Inszenierungsfeld die Auslinie zu übermalen - Richtung Wohlfühlland…“.



Aus der Vita von Ulrich Diezmann:

1959 geboren in Gifhorn
1981 – 87 Studium an der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig Freie Kunst – Malerei
1987 Meisterschüler der HBK Braunschweig Rudolf-Wilke-Preis der Stadt Braunschweig
2002/03 Initiator des Ausstellungsprojektes REPEAT I und II
2004 Initiator der Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde“, Museumshof Valluhn
2008 Kurator der Ausstellung „Bilder von Pferden“, Stadtmuseum Oldenburg
2009 Deutscher Künstlerbund e.V. Veröffentlichung erster Videoarbeiten
2011 Preis der Galerie Fotopension Köln
seit 1983 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland Werke im öffentlichen Besitz:
Stadt Braunschweig, Land Niedersachsen, Stadt Gifhorn, Landkreis Gifhorn und Land Berlin
www.ulrich-diezmann.de

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Marie Dix stellt Landschaftsbilder aus (bma)



In der Galerie Lange Straße 1 wurde eine neue Ausstellung eröffnet. Zu sehen sind vorwiegend Landschaftsbilder der Malerin Marie Dix, die in Kuhlhausen ihre neue Wahlheimat gefunden hat.
Marie Dix, 1957 in Wittenberge geboren, lebte und arbeitete viele Jahre in Berlin und später vier Jahre in New York. Nun ist sie fast in ihrer ehemaligen Heimat zurückgekehrt und will in dem kleinen Haveldorf ihr malerisches Schaffen fortsetzten. Sie möchte Landschaften, die noch in Takt und heil sind, für den Betrachter und der Nachwelt auf ihrer Weise zeigen.
Die in der Ausstellung gezeigten Werke von Marie Dix sind in den letzten fünf Jahren entstanden.
Neben Landschaftsmotiven gehört auch das Bild "Gleise" dazu. Mit diesem Motiv will die Malerin dem Betrachter zeigen, dass es auch auf Reisen viele Motive gibt, die mit Pinsel und Farbe auf Leinwand gebracht werden können.
Die Ausstellung in der Galerie Lange Straße 1 ist bis zum 27. Januar 2013 jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.




Malerin Marie Dix und Gudrun Brüne(re.), die zur Vernissage die Laudatio hielt.
Beide Künstlerinnen kennen sich schon seit vielen Jahren.


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Havelberg ist für die Kultur wie geschaffen
Klaus Schröter betreut Ausstellungen und will seine Arbeiten vollenden (bma)

Seit nunmehr fast zwei Jahren gibt es das Kulturprojekt Stadtinsel in Havelberg. Zu Beginn war es ein Bestandteil des ansässigen Heimatvereins und seit einem Jahr ist es ein eigenständiger Verein, der sich mittlerweile mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen auf der Stadtinsel etabliert hat und weit über die Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen hinaus bei Kulturinteressierten und Künstlern bekannt ist.
Impulsgeber war und ist Reinhart Richter aus Osnabrück, der sich bei einem Besuch in Havelberg in die Stadtinsel verliebte und sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinsam mit Kulturinteressierten, Havelberg zur kleinsten Kulturhauptstadt in Europa zu machen (VST berichtete über viele Aktivitäten). Mit dem Kauf des Hauses Lange Straße 1 legte er den Grundstein für die erste Galerie auf der Stadtinsel. Nun sind auch die Räume in der ersten und zweiten Etage bewohnt. Eingezogen ist hier der Berliner Klaus Schröter mit seiner Lebensgefährtin Marianne Schneider. Der diplomierte Designer wollte dem Großstadtleben entfliehen und an einem ruhigen Standort seine vielen Arbeiten, die er noch in der Schublade hat, weiterführen und vollenden.
Er suchte im Internet ein passendes Domizil, um gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin diesen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Im Internet fand er dann das Wohnungsangebot in Havelberg und wurde sofort neugierig. „Das Haus hat mir auf Anhieb gefallen“, sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. Nun musste auch das andere Drumherum noch stimmen. Wer ist der Vermieter? Was bietet die Stadt an Kultur und im Alltagsleben? Kann ich meine Ideen hier umsetzen, und viele andere Fragen bewegten den nun mittlerweile Neuhavelberger damals.
Er informierte sich im Internet über den Eigentümer des Hauses, Reinhart Richter, und seine Aktivitäten auf dem Gebiet der Kulturarbeit. „Ich hatte damals bereits das Gefühl, alles passt hier zusammen, und wenn es mit der Wohnung auf der Stadtinsel auch klappt, dann ist es ein guter, perfekter Neuanfang“. Beide trafen sich und es kam wie es kommen sollte. Der Mietvertrag wurde unterzeichnet, und beide Berliner zogen in ihre neue Wahlheimat nach Havelberg.
So richtig angekommen sind sie allerdings noch nicht, müssen es beide eingestehen, denn viele Kisten sind noch auszupacken. Aber auf dem Gebiet der Kultur und Kunst ist Klaus Schröter schon voll mit eingebunden. Er wird künftig im Verein für die Vorbereitung und Durchführung von Ausstellungen verantwortlich sein. Die ersten beiden Ausstellungen in den Galerieräumen in der Lange Straße 1 und 36 lagen bereits in seinen Händen. Nun bereitet er eine weitere Vernissage mit der Künstlerin Marie Dix aus Kuhlhausen vor. Sie wird ihre Bilder vom 2. Dezember bis zum 17. Januar 2013 in der Galerie Lange Straße 1 zeigen.

Wer ist eigentlich Klaus Schröter? Liest man seinen dreiseitigen Lebenslauf, so könnte man über die 40 Berufsjahre sicherlich ein Buch schreiben.
Sein kulturelles Schaffen begann 1975 mit dem Studium der Visuellen Kommunikation an der Hochschule der Künste Berlin bei Professor Wolfgang Ludwig. 1980 legte er sein Diplom ab und wurde ein Jahr darauf Meisterschüler. Von 1988 bis 89 war er Lehrbeauftragter an der Kunsthochschule in Berlin. Zahlreiche Projekte und Ausstellungen folgten in den nächsten Jahren. Er leitete Grafik-Workshops und führte Seminare zum Thema Öffentlichkeitsarbeit durch.
Seit 2002 vermittelte er sein studiertes Wissen als freiberuflicher Dozent, Berater und Trainer. Eine seiner letzten Arbeiten, an die sich Klaus Schröter noch sehr gern erinnert, waren die Ausstellungskonzeption und Realisierung der Skulpturenausstellung „Wege aus dem Labyrinth“ in Zusammenarbeit mit Dr. Peter Funken in den Berliner Bezirken Reinickendorf und Wedding. Wie er selber sagte, hätte er nie vermutet oder nur geahnt, welche kreativen, handwerklichen Potentiale durch den eigentlich öden Werkstoff Porenbeton bei den zumeist arbeitslosen Teilnehmern dieser Berufsfindungsmaßnahme geweckt werden konnten, welches Maß an Intensität, Phantasie, Durchhaltevermögen und Selbstreflektion sich bei der Umsetzung des Projektes zeigte. So ein Projekt könnte er sich auch hier in Havelberg vorstellen. Doch dies sei noch ein Zukunftsgedanke, den er aber wie viele andere Arbeiten in seinen Schubladen aufbewahrt und wenn die Zeit reif sei, realisiert werden könnte. Er möchte vieles in nächster Zeit aufarbeiten und der Öffentlichkeit auch zeigen.
Als eine weitere Aufgabe sieht Klaus Schröter auch die Darstellung der Stadt Havelberg nach außen. Und hier speziell schaut er in Richtung Berlin. Dort kennt er viele Künstler verschiedenster Genres, die unter anderem auf Grund der Immobiliensituation keine oder nur sehr schwer Räumlichkeiten für ihre Arbeit finden. Havelberg sei daher ein idealer Ort für Kunstschaffende, meint Klaus Schröter, der sich sicher ist, dass in Zukunft gerade junge Künstler sich hier ansiedeln könnten. Aber auch für Künstlergruppen, die sich auf Ausstellungen und andere Veranstaltungen vorbereiten, wäre die kleine Stadt mit ihrer bezaubernden Stadtinsel ein idealer Platz, um zu arbeiten und zu proben. Und davon könnten neben den Künstlern dann auch noch die Havelberger und die Besucher profitieren. Also ein Doppeleffekt. Und wenn dies in den Monaten passiert, wo nicht gerade die Stadt von den vielen Rad- und Wassertouristen in Beschlag genommen wird, würde dies zur ganzjährigen Belebung beitragen, meint der Neuhavelberger. Für ihn sei es nun wichtig, viele Kontakte in Havelberg zu knüpfen, um die Menschen hier kennenzulernen und zu erfahren, welche Wünsche und Vorstellungen sie auf dem Gebiet der Kultur haben.


Klaus Schröter vor einem seiner Bilder, das seinen ehemaligen Professor und seinen damaligen Kollegen zeigt. Beide haben seinen künstlerischen Lebensweg stark beeinflusst.








Zahlreiche Bücher füllen das große Regal des Arbeitszimmers von Klaus Schröter. Er will nun viele seiner Arbeiten aus der „Schublade“ holen und vollenden.

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Rabenlenkerin in der Galerie (bma)

Der Verein Kultur-Stadt Insel Havelberg lud am Sonntagnachmittag (4. November 2012) in die Galerie Stadtinsel, Lange Straße 36, in Havelberg, zu einer weiteren Ausstellungseröffnung ein. Zu sehen sind 15 Objekte des Künstlers Dr. Hejo Heussen. Bevor sich die Anwesenden die verschiedenen Kunstobjekte betrachteten, stellte Ehefrau Monika von Puttkammer den Künstler vor und ließ in einigen Sätzen noch einmal sein beruflichen Wertegang Revue passieren. Der 1948 in Stühlingen/Baden geborenen Heussen erlernte den Beruf eines Krankenpflegers. Von 1969 bis 1973 studierte er an der Freien Universität Berlin. Anschließend zog es ihn für drei Jahre nach Mexiko und Argentinien. Hier machte er sich unter anderem mit der Keramikarbeit bekannt. Von 1985 bis 1989 arbeitete er als bildender Künstler in Berlin und gestaltete dort Licht- und Wasserobjekte. Der Künstler ist hauptberuflich Organisationsberater und Hochschuldozent. Mit seiner Frau Monika von Puttkammer betreibt er den Kunsthof Dahrenstedt bei Stendal. In der Ausstellung in Havelberg ist auch eines seiner neuesten Werke, die "Rabenlenkerin" zu sehen. Jedes Ausstellungsstück kann vom Betrachter selbst entdeckt und interpretiert werden, meint der Künstler und lud zu einem Rundgang ein. Er freue sich, dass er die Möglichkeit erhalten hat, hier einige seiner Werke der Öffentlichkeit zu zeigen.Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Dezember 2012 in der Galerie zu sehen. Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 10 bis18 Uhr und nach Verabredung (Buchstation).


Hejo Heussen und Ehefrau Monika

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