Kultur-Projekt-Stadt-Insel Havelberg

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Akteure aus dem Bereich Kultur legen Schritte fest für gemeinsames Handeln

Erstem Kultur-Workshop folgt Stammtisch

von Andrea Schröder

Viele gute Angebote und eine Vielfalt an Veranstaltungen, traditionelle Dinge wie Pferdemarkt, Bootskorso und Domfest, die Lage an Havel und Elbe, die Nähe zu Berlin und Hamburg, reizvoller Alterssitz, kinderfreundlicher Familienstandort, Bürgernähe und verstärktes Engagement der Einwohner zählen zu den Stärken, die Havelberg hat. Das war ein Thema, zu dem sich 25 Akteure aus Havelberg am Montagabend (15. Mai 2013) beim Kulturworkshop Gedanken gemacht haben. Das Kulturprojekt Stadtinsel hatte gemeinsam mit der Volksstimme dazu eingeladen. Diese Veranstaltung ist als Anfang gedacht auf dem Weg zu einer möglichen kulturgeprägten Stadtentwicklung und dem vom Kulturprojekt formulierten Ziel, Havelberg zur "kleinsten Kulturhauptstadt Europas" zu gestalten. Nach der Weltcafé-Methode arbeiteten vier Gruppen unter der Leitung des Kulturberaters Reinhart Richter die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken heraus. Für jeweils 30 Minuten, dann wurde gewechselt. Die "Tischhüter" blieben sitzen und informierten die nächste Gruppe über das Erarbeitete.
Am Ende stellten Reinhart Richter, Karin Laurenz, Detlef Tusk und Andrea Schröder die Ergebnisse vor. Zu allen vier Schwerpunkten gab es rege Diskussionen an den Tischen und es zeigte sich, dass eine Schwäche auch eine Stärke sein kann. So stand zum Beispiel die Kleinheit der Stadt auf beiden Listen. Und jede Stärke ist auch eine Chance, zog Detlef Tusk ein Fazit.

Als Schwächen wurde zum Beispiel herausgearbeitet, dass eine Info-Börse zu kulturellen Veranstaltungen fehlt, ein Terminportal wünschenswert wäre und die Werbung für Veranstaltungen teilweise mangelhaft ist. Herauskristallisiert hat sich der Wunsch nach einer Analyse der Interessen. Etwa auch der jüngeren Leute. Wie ist die Gruppe der bis 40-Jährigen zu erreichen? Sollte es ein Kulturprojekt junger Leute geben, um das sie sich selbst kümmern? Fehlende Synergien und Netzwerke wurden aufgelistet und die mangelnde Überregionalität auch durch ungenügende Anbindung im öffentlichen Nahverkehr.
Parallelen gibt es hier zu den Risiken, wo etwa aufgelistet wurde, dass Interessen von Jüngeren nicht erkannt werden beziehungsweise nicht bekannt sind. Öffentliche Finanzen, private Verarmung, fehlender Nachwuchs, Verschiebung der Interessen, demographischer Wandel, Überangebot, Informations- und Kommunikationsdefizit sind weitere Stichworte. Parallelen gibt es auch bei Chancen und Stärken. Ausdauer zeigen, Netzwerke schaffen, Kultur für den Erhalt der Altbausubstanz nutzen, ein Paket aus Kultur und Natur schnüren, Verkaufskultur, Bürgerengagement, Buga, Nähe zu Altmark, Prignitz und Havelland und die Bündelung der kulturellen Akteure wurden hier genannt.
Im Anschluss wurden erste Schritte festgelegt. Karin Laurenz schlug vor, dem Workshop regelmäßige Stammtische folgen zu lassen. Das Interesse ist da. Und so wird es das nächste Treffen am Montag, 1. Juli, um 18 Uhr in der Buchstation in der Langen Straße 10 geben. Die Möglichkeiten eines Informationsportals, auf dem alle Termine zusammenfließen, wollen Volker Kunz, Detlef Tusk und Andrea Schröder ausloten.
Waldtraut Henschel wird daran mitarbeiten, wo öffentlich gut sichtbar monatlich über Veranstaltungen informiert werden kann. Die Touristinfo versucht seit Jahren, Veranstaltungen zusammenzutragen und veröffentlicht sie für jeweils ein Vierteljahr auf einem Info-Blatt. "Das braucht eine gewisse Verlässlichkeit. Die Zuarbeit muss von den Veranstaltern kommen, es geht nicht, allen hinterherzutelefonieren", machte Bürgermeister Bernd Poloski aufmerksam.
Mitstreiter auf dem Weg zur kulturgeprägten Stadtentwicklung sind jederzeit willkommen. Deshalb freuen sich die Akteure, wenn sie am 1. Juli weitere Interessenten in der Buchstation begrüßen können.

Workshop: Kulturberater Reinhart Richter fasste die Ergebnisse in der Rubrik Risiken zusammen. Im Anschluss wurden in einem Handlungsplan erste Schritte festgelegt.
Tagung: Entwicklung eines Kulturadressverzeichnisses für die Regionen Altmark, Prignitz und Ostprignitz - Ruppin

Wir laden zu einer Tagung ein, auf der wir unsere Idee der Entwicklung eines Kulturadressverzeichnisses für die Regionen Altmark, Prignitz und Ostprignitz-Ruppin vorstellen wollen.
Rathaus Havelberg, Ratssitzungssaal,
Montag den 14. Mai 2012 von 14 bis 17 Uhr
In bevölkerungsschwachen Regionen besteht für erfolgreiche Kulturarbeit und für kultur-touristische Angebote das große Problem, dass die Informationen über Kulturereignisse zu wenige Menschen erreichen. Die Vertriebsgrenzen der Tageszeitungen und geringer Zugang zu Veranstaltungshinweisen führen dazu, dass viele Kulturangebote entweder gar nicht stattfinden können, weil man zu wenig Interessierte erwartet oder weniger Teilnehmende als möglich zu den Veranstaltungen kommen. Das schränkt die mögliche Fülle und Vielfalt des Kulturlebens ein und macht ökonomisch die Kulturarbeit schwierig. Es schränkt die Lebensqualität für die in der Region lebenden Menschen ein, reduziert die touristische Attraktivität und erschwert die Existenz und Ansiedlung von Kulturschaffenden und Dienstleistern im Kulturbereich.

Kulturadressverzeichnis
In dem geplanten Projekt sollen in Zusammenarbeit mit den Tourismusorganisationen, Kommunen, Kulturveranstaltern, Künstlern, Kulturvereinen digital verfügbare Adressen von Kulturinteressierten zu einem Adressverzeichnis zusammengeführt werden. Alle Interessierten werden nach ihren besonderen Interessen / Sparten befragt. Sie erhalten auf Wunsch per Email Informationen über alle Angebote der sie interessierten Sparten.

Verabredungen zum Veranstaltungsbesuch und zu gemeinsamen Fahrten

Das Kulturadressverzeichnis soll mit einer Software verbunden werden, die es den Kulturinteressierten möglich macht, sich für den Besuch und Mitfahrten zu Kulturveranstaltungen zu verabreden, damit Fahrtkosten zu sparen und gemeinsam mit Gleichgesinnten ein Kulturerlebnis zu haben.
Die Kulturstiftung des Bundes, die unser Kulturprojekt fördert, und die Kulturabteilungen der Ministerien für Wissenschaft und Kultur in Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind an unserem Vorhaben sehr interessiert. Von der Kulturstiftung haben Vorstand /Verwaltungsdirektor Alexander Fahrenholtz und das Leitungsteam des Fonds Neue Länder ihre Teilnahme zugesagt. Der Leiter der Kulturabteilung des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur Brandenburg Hajo Cornel und Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur Sachsen-Anhalt werden ebenfalls teilnehmen.

Tagungsprogramm
14:00 Begrüßung durch den Bürgermeister der Hansestadt Havelberg, Bernd Poloski
14:15 Vorstellung des Kulturprojektes Stadtinsel durch die 1. Vorsitzende, Karin Laurenz
14:45 Vorstellung der Kulturstiftung des Bundes und des Fonds Neue Länder,
         Verwaltungsdirektor Alexander Fahrenholtz
15:15 Vorstellung des Konzeptes Kulturadressverzeichnis, Reinhart Richter
15:30 Vorstellung des Softwarekonzeptes durch Benjamin Knispel, culture diction Berlin
15:45 Kaffeepause, Kooperationsbörse
16:15 Rundgang über die Stadtinsel

Anmeldung: info@richter-beratung.de